Soziale Marktwirtschaft „Made in Haus Früchting“
Vor knapp 80 Jahren entstand im Herz-Jesu-Kloster in Vreden ein Begriff,
der Wirtschaftsgeschichte schrieb.
Kaum ein wirtschaftspolitischer Begriff ist so eng mit der deutschen Nachkriegsgeschichte verbunden wie die „Soziale Marktwirtschaft“. Was heute selbstverständlich klingt, hat einen besonderen Bezug zu Vreden: Der Wirtschaftswissenschaftler und Nationalökonom Prof. Dr. Alfred Müller-Armack prägte den Begriff im Jahr 1947 während seines Aufenthalts im damaligen Herz-Jesu-Kloster, dem heutigen Haus Früchting.
In der Abgeschiedenheit des Klosters arbeitete Müller-Armack an seinem wegweisenden Werk „Wirtschaftslenkung und Marktwirtschaft“. Überliefert ist, dass ihm auf der Treppe des Klosters die entscheidende Formulierung durch den Kopf ging:
„Ich weiß jetzt, wie es heißen muss! Soziale Marktwirtschaft muss es heißen – sozial mit großem S!“

Damit wurde im Jahr 1947 ein Begriff geprägt, der die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland nachhaltig beeinflussen sollte.
1947–2027: 80 Jahre Soziale Marktwirtschaft
Im Jahr 2027 jährt sich die Prägung des Begriffs zum 80. Mal. Dieses besondere Jubiläum soll in Vreden zum Anlass genommen werden, die Geschichte und die aktuelle Bedeutung der Sozialen Marktwirtschaft näher zu betrachten.
Gemeinsam mit der Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft wird deshalb für Montag, den 28. Juni 2027, eine Fachtagung im Haus Früchting geplant.

Im Mittelpunkt soll dabei nicht nur der historische Blick auf die Entstehung des Begriffs stehen. Vielmehr soll die Frage diskutiert werden, welche Bedeutung die Idee der Sozialen Marktwirtschaft heute besitzt und wie sich Wirtschaft und Gesellschaft angesichts aktueller Herausforderungen weiterentwickeln können.
Ein historischer Ort wird zum Ort des Dialogs
„Haus Früchting ist ein Ort mit einer besonderen Geschichte. Dass hier vor 80 Jahren ein Begriff geprägt wurde, der bis heute mit der deutschen Wirtschaftsordnung verbunden ist, ist für Vreden etwas Besonderes“, so Thomas Nünning aus Vreden, der gemeinsam mit weiteren Beteiligten die Veranstaltung vorbereitet.
Auch das Kult Westmünsterland in Vreden sowie Ute Friedrich von der Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft sind in die Überlegungen zur geplanten Fachtagung eingebunden.
Damit soll eine Brücke geschlagen werden zwischen der Geschichte des Ortes und den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen der Gegenwart.
Weitere Informationen zur Fachtagung am 28. Juni 2027 und zum geplanten Programm werden zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht.



